ComO QM – Quality Management in Complex Organizations

Förderinstitution

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

 

Projektlaufzeit

2015 bis 2018

 

Kooperationspartner

University of Economics Ho Chi Minh City

Can Tho University

Universität Potsdam

 

Ziel

Ziel des Projektes war ein systematischer Austausch zu Fragen des Qualitätsmanagements im internationalen Vergleich. Hierbei sollten Aspekte der Steuerung und Qualitätsmessung in Forschung und Lehre analysiert und konzeptuell sowie in der Praxis weiterentwickelt werden.  Das Projekt leistet einen Beitrag zum systematischen internationalen Erfahrungsaustausch auf Ebene von Hochschulen und stellt hierbei die Perspektive der in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement Beteiligten in den Mittelpunkt.

 

Inhalt

Behandelt wurden im Projekt unterschiedliche Fragestellungen, die sich auf die Rahmenbedingungen der Forschung, die Ausgestaltung der Lehrkonzepte und Lehrpraxis sowie auf Fragen der Hochschulsteuerung und -administration bezogen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei Aspekten der Messung von Qualität, der organisationalen Einbindung von Qualitätssicherungssystemen und den Perspektiven unterschiedlicher Akteursgruppen, d.h. Hochschulleitungen, Fachbereichsleitungen, Lehrende und Mitarbeitende im Bereich des QM.

Der thematische Austausch bezog sich insbesondere auf

  • die wachsende institutionelle Autonomie von Universitäten und den damit verbundenen Wandel sowie auf die hochschulinternen Effekte
  • die Entwicklung von Visionen und Strategien an Universitäten
  • Strategien und Perspektiven von Internationalisierung und regionaler Verortung
  • Fragen der Kompetenzentwicklung, des Verhältnisses zwischen Lehrenden und Studierenden sowie der Hochschulbindung
  • Ansätzen institutioneller Akkreditierung, wie das Verfahren der Systemakkreditierung
  • Strategieentwicklung und Qualitätsmessung in der Forschung und Lehre
  • Ansätze der Nachwuchsförderung

Darüber hinaus wurden vergleichende Untersuchungen zur Leistungs- und Studienmotivation bei Studierenden sowie zu deren Bindung an die jeweilige Universität durchgeführt.

 

Untersuchungsdesign/ Methodisches Vorgehen

Grundlage für den gemeinsamen Austausch waren Kollegiale Audits. Diese unterscheiden sich von klassischen Audits, indem nicht Formen der Bewertung, sondern der kollegiale Austausch im Vordergrund steht. Ausgehend von Ergebnissen der Hochschulforschung zur Wirkung von Evaluationsverfahren und an den Ansatz autopoietischer System nach Luhmann wird im Rahmen des Kollegialen Audits die dominierende Perspektive der Bewertung durch Externe umgekehrt: Externe sind interessiert Fragende und spiegeln an der Praxis der Partnerhochschule die eigene Situation. Dies spiegelt die Perspektive

An den vier Kooperationshochschulen wurden Kollegiale Audits in den Jahren 2015 und 2016 durchgeführt. Hierbei wurden unterschiedliche Akteure einbezogen, die zunächst Plenun und anschließend in homogenen Gruppen (Hochschulleitungen, Lehrende, QM-Mitarbeitende) die genannten Fragestellungen erörterten. Abschließend wurden die Ergebnisse zusammengeführt, vergleichend erörtert und systematisiert.

Neben dem Kollegialen Audit wurden im Rahmen eines gemeinsamen Workshops Erhebungsinstrumente entwickelt, die Grundlage für Befragungen der Studierenden an allen vier Hochschulen im Sommersemester 2017 waren. Hierbei wurden drei Themenbereiche adressiert, die auf Grundlage der Ergebnisse der Kollegialen Audits von besonderem Interesse waren: Studienmotivation, Leistungsmotivation und Bindung an die jeweilige Hochschule.

 

Zentrale Ergebnisse

Wesentliche Ergebnisse des Projektes bezogen sich zum einen auf die Erfahrungen mit dem spezifischen Ansatz des Collegial Audits, zum anderen auf die Weiterentwicklung konkreter Handlungsfelder. Sowohl die im Projekt eingesetzten Instrumente und die daran anschließenden Erfahrungen als auch die empirischen Ergebnisse der durchgeführten Befragungen Studierender wurden im Rahmen von zwei Konferenzen in Mainz und Ho Chi Minh City in 2018 vorgestellt. Die Ergebnisse wurden zudem im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation dargelegt und die Ergebnisse der Studierendenbefragung sind Gegenstand einer Dissertation zu Fragen der Leistungsmotivation im internationalen Vergleich.