EviS – Evidenzbasiertes Handeln im schulischen Mehrebenensystem

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Fortsetzung des interdisziplinären Forschungsverbunds EviS  mit einer Laufzeit von drei Jahren (09/2013 – 08/2016) im Zuge des Rahmenprogramms zur Förderung der empirischen Bildungsforschung im Bereich „Steuerung im Bildungssystem“ (SteBis). Das EviS-Projekt wird durch einen interdisziplinären Forschungsverbund der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Münster bearbeitet. An diesem Forschungsverbund sind in Mainz die beiden dortigen Lehrstühle für Wirtschaftspädagogik und der Lehrstuhl für Organisation von Arbeit und Betrieb am Institut für Soziologie sowie in Münster der Lehrstuhl für Arbeitspsychologie beteiligt. Zusätzlich kooperiert der Verbund mit dem Zentrum für Qualitätssicherung und ‑entwicklung (ZQ) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, das eine ergänzende, durch das Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH) geförderte Studie durchführt.

In der ersten Förderphase (10/2010 - 08/2013) lag der Fokus zunächst auf einer Operationalisierung und Erfassung evidenzbasierten Wissens und Handelns in Schulen. Darüber hinaus konnten mithilfe eines breiten interdisziplinären Analysezugangs einige personelle und organisationale Faktoren bzw. Faktorenkonstellationen identifiziert werden, die ein evidenzbasiertes professionelles Handeln schulischer Akteure begünstigen oder behindern (s. hierzu EviS I). In der zweiten Förderphase soll direkt an die bereits gewonnenen Erkenntnisse angeschlossen werden, indem sie durch eine längsschnittliche Erhebung zur Untersuchung der Entwicklung evidenzbasierten Handelns in Schulen im zeitlichen Verlauf vertieft werden. Dabei rücken Hindernisse und Ressourcen sowie spezifische Belastungsfaktoren in den Fokus der Betrachtung, die bei der Umsetzung evidenzbasierten Handelns im schulischen Kontext von Bedeutung sein könnten. Ebenso ist die Rolle der Schulleitung, insbesondere im Kontext des Spannungsverhältnisses verschiedener Aufgaben und in ihrer Verantwortung gegenüber Lehrkräften, Eltern und Schulaufsicht von besonderem Interesse.

In der ergänzenden, durch das ZQ durchgeführten Vertiefungsstudie liegt ein besonderer Fokus auf der Rezeption und Nutzung von Schulevaluation als Evidenzquelle. Hierbei interessieren vor allem der Zusammenhang mit Funktionen der Evaluation und Nutzenformen sowie der Einfluss der Schuladministration und Schulleitung. Untersucht werden soll in diesem Zusammenhang, inwiefern unterschiedliche Formen der institutionellen Rezeptionspraxis Wirkungen auf die individuelle Rezeption und Evidenzbasierung schulischen Handelns entfalten. Mit Blick auf den empirischen Zugang in der zweiten Projektphase sollen schulische Feldstudien Anwendung finden, die auf die Methode leitfadengestützter Interviews rekurrieren. Zudem sollen in Kooperation mit der Bildungsadministration und der AQS unterschiedliche Wege und Formen der Datenaufbereitung und -kommunikation erprobt und auf ihre Wirkung in der Schulpraxis hin untersucht werden.

Projektlaufzeiten:
Sept 2013 bis Aug 2016 (EviS II)
Okt 2010 bis Aug 2013 (EviS I)

Weitere Informationen zum Forschungsverbund finden Sie unter:
https://www.blogs.uni-mainz.de/evis/