Evaluation des Nat-Lab Schüler/-innenlabors an der JGU

Ausgangspunkt des Projektes waren die zurückgegangenen Studierendenzahlen in den naturwissenschaftlichen Fächer und den daraufhin unternommenen Aktivitäten an der Mainzer Universität.

So richtete der FB Chemie und Pharmazie (jetzt: Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Zusammenarbeit mit dem Ada - Lovelance - Projekt zur Förderung von Mädchen in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen ein das Nat-chülerInnenlabor ein, um damit das Interesse an dem Fach Chemie in den Schulen zu fördern. Dieses Labor wurde vom ZQ evaluiert. Finanziert wird die Evaluation durch die Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Programms NaT - Working.

Wir gehen davon aus, dass eine Erklärung der Studienmotivation bzw. der Studienfachentscheidung vor allem die Entwicklung des Interesses an Natur und Technik in den Mittelpunkt zu stellen hat. Dieses Interesse ist notwendige Vorbedingung, jedoch keineswegs hinreichend für einen Weg in das Studium der Naturwissenschaften. Hinzu kommen wichtige Entscheidungen, wie die Wahl der Leistungskurse auf den Gymnasien und Gesamtschulen, aber auch die Entscheidung für das Studienfach und den Studienort.

Die Wirkungen eines Besuchs des SchülerInnenlabors müssen abgeschätzt werden. Eine Messung des Effektes, die ein experimentelles Design benötigte, ist aus methodischen und vor allem auch aus finanziellen Gründen nicht möglich. Daher wurden mehrere Zugänge gewählt, die es dennoch erlauben sollten, Effekte des Laborbesuches zu ermitteln.

Die Evaluation des Schülerlnnenlabors erfolgte auf mehreren, inhaltlich und methodisch unterschiedlichen Wegen:

  • Die Akzeptanz des SchülerInnenlabors bei Schülerinnen und Schülern: Standardisierte Befragung von Schülerinnen und Schülern, die an Laborveranstaltungen teilgenommen haben; Schwerpunkte: Akzeptanz des Labors, Stärken und Schwächen des Labors im Urteil der Schülerinnen und Schüler.
  • Die Akzeptanz des SchülerInnenlabors bei Lehrerinnen und Lehrern: Leitfadeninterviews mit den teilnehmenden LehrerInnen zur Beurteilung des SchülerInnenlabors, der Wirkung des Labors bei den SchülerInnen und zur Situation naturwissenschaftlicher Fächer an den Schulen.
  • Motive und schulischer Hintergrund von Studienanfängern/innen: Standardisierte Folgebefragung im Rahmen der Studieneinführungsveranstaltung Chemie. Im Mittelpunkt steht die retrospektive Identifikation von Faktoren der Studienfachwahl, des Entscheidungszeitpunkts sowie die schulischen Voraussetzungen (gewählte Leistungskurse).

Die Evaluation im engeren Sinne wird ergänzt durch ein Forschungsprojekt des ZQ, das unter dem Titel Wege in die Naturwissenschaften im Rahmen einer Panelstudie die Interessenentwicklung von Schülerinnen und Schülern nachzeichnet.