Evaluation der Entwicklungspartnerschaft EXZEPT

Das Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) führt die Evaluation der Entwicklungspartnerschaft EXZEPT, eines Netzwerks verschiedener Einrichtungen im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsinitiative EQUAL, in deren Auftrag durch.

 

Die Gemeinschaftsinitiative EQUAL

Die europäische Gemeinschaftsinitiative EQUAL fördert für den Zeitraum 2000-2006 innovative Konzepte, die die Beseitigung von Ungleichheiten und Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt zum Ziel haben. Im Vordergrund der Initiative steht neben der Entwicklung von Humanressourcen, vor allem zur beruflichen Integration am Arbeitsmarkt benachteiligter Personengruppen und zur Verbesserung lebenslangen Lernens, die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die geförderten Konzepte können sich auf verschiedene Themenbereiche beziehen, sollen sich jedoch an den vier Säulen der beschäftigungspolitischen Leitlinien der EU orientieren:

  • Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit,
  • Entwicklung des Unternehmergeistes,
  • Förderung der Anpassungsfähigkeit,
  • Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen

Die Konzeption und Umsetzung der neuen Ansätze erfolgt durch Entwicklungspartnerschaften. Dies sind Netzwerke, in denen relevante Arbeitsmarktakteure kooperieren, um von dem Zusammenschluss ihres Fachwissens und ihrer Erfahrung zu profitieren und gemeinsam integrative Konzepte zum Abbau von Diskriminierung und Ungleichheit umzusetzen.

 

Die Entwicklungspartnerschaft EXZEPT

In der Entwicklungspartnerschaft EXZEPT haben sich fünf Partner unter dem Motto "Erleichterung der Existenzgründung durch Akzeptanz" zusammengeschlossen:

  • ENIGMA GmbH, Hamburg
  • E.U.L.E. GmbH, Mainz
  • KIZ GmbH, Offenbach
  • GLS Gemeinschaftsbank eG, Bochum
  • SFC, Köln

Durch die Erhöhung der Akzeptanz von Existenzgründungen als Alternative zur abhängigen Beschäftigung sollen Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden, die zu einer Verbesserung der Bedingungen für die Gründungsunterstützung führen. Im Mittelpunkt des Programms stehen Möglichkeiten der Erleichterung für diejenigen Personen, die sich besonderen Hürden bei der Existenzgründung gegenübersehen. Dies sind insbesondere Frauen, Arbeitslose, Migranten, sozial Benachteiligte und körperlich Gehandicapte. Ein abgestimmtes Vorgehen auf fünf Aktionsfeldern - Politik und Gesellschaft, regionale Institutionen, Zielgruppen, Finanzmarkt und Banken, transnationale Zusammenarbeit - soll vorhandene Barrieren institutioneller, finanzieller und motivationaler Art abbauen und so den Schritt in die Selbständigkeit erleichtern. Ergebnis der Zusammenarbeit in der Entwicklungspartnerschaft sollen Best-Practice-Ansätze für die Vertretung von Gründer/inneninteressen, für die inhaltliche und organisatorische Gestaltung von One-Stop-Shops (zentrale Anlaufstellen für Gründer/innen, die eine umfassende Beratung und Unterstützung sicherstellen) und für bankenabgestimmte Konzepte zur Gründungsfinanzierung sein.

 

Die Evaluation der Entwicklungspartnerschaft EXZEPT durch das Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ)

Ziel der Evaluation war die Beurteilung der Entwicklungspartnerschaft sowohl auf der Ebene des Netzwerkes als auch auf Ebene der Teilprojekte hinsichtlich der Planung, Implementierung und Wirkung des Programms zur Erleichterung von Existenzgründungen durch Akzeptanz. Schwerpunkt der Evaluation war dabei die Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten und frühzeitige Rückkopplung der Ergebnisse im Sinne einer Begleitung (formative Evaluation). Darüber hinaus fand eine Bewertung der Projektergebnisse (summative Evaluation) statt.

Es lassen sich drei Ausrichtungen der Evaluation mit jeweils spezifischer Perspektive auf den Evaluationsgegenstand (Evaluationsorientierung), Fragestellung und Vorgehen unterscheiden, die sich auch als Phasen der Evaluation verstehen lassen:

Die Evaluation wurde in zwei Erhebungswellen durchgeführt, wobei die erste Erhebungswelle im Zeitraum von Juli 2003 bis März 2004 die Aspekte der formativen Evaluation abdeckte. Es wurden hier qualitative Interviews mit den Vertreterinnen und Vertretern der fünf Teilprojekte durchgeführt. Die zweite Erhebungswelle vom Juni 2004 bis Januar 2005 konzentrierte sich auf die summative Evaluation, im Rahmen derer Befragungen der Nutzer/innen von Gründungsberatungen, der Vertreter/innen von Banken und Einrichtungen im Rahmen der Gründungsunterstützung sowie von Politikvertreter/innen durchgeführt wurden.