ComO QM – Quality Management in Complex Organizations

Das Projekt ComO QM wurde gemeinsam durch das ZQ sowie das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium an der Universität Potsdam (ZfQ) entwickelt und wird in den kommenden Jahren bis 2018 durch den DAAD gefördert. Im Mittelpunkt des Projektes steht ein Verfahren, das unter der Bezeichnung des Kollegialen Audits den Austausch mit zwei renommierten Vietnamesischen Hochschulen, der University of Economics (UEH) in Ho Chi Minh City und der Can Tho University (CTU), fördert. Unterschiedliche Ebenen - Hochschulleitungen, Fachbereichsleitungen, Lehrende und Qualitätssicherung – werden zu spezifischen Themen zusammengebracht. Darüber hinaus sollen vergleichende Untersuchungen auf Grundlage gemeinsam entwickelter Erhebungsinstrumente durchgeführt werden.

Das Projekt leistet einen Beitrag zum systematischen internationalen Erfahrungsaustausch auf Ebene von Hochschulen und stellt hierbei die Perspektive der in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement Beteiligten in den Mittelpunkt.

 

Verfahren des Kollegialen Audits

Das Kollegiale Audit unterscheidet sich substantiell von klassischen Audits, indem nicht Formen der Bewertung, sondern der kollegiale Austausch im Vordergrund steht. Ausgehend von Ergebnissen der Hochschulforschung zur Wirkung von Evaluationsverfahren und der Erfahrung, dass der Mehrwert insbesondere auf Seiten der Gutachterinnen und Gutachter und weniger auf Seiten der Begutachteten gesehen wird, wird im Rahmen des Kollegialen Audits die dominierende Perspektive der Bewertung durch Externe umgekehrt: Externe sind interessiert Fragende und spiegeln an der Praxis der Partnerhochschule die eigene Situation.

Das erste Kollegiale Audit fand im Oktober 2015 in Vietnam statt und fokussierte auf Themen, die durch die deutschen Hochschulen erarbeitet wurden. Hierbei kamen vier zentrale Themenfelder zum Tragen:

  1. Steigerung der Autonomie und der damit verbundene Wandel von Hochschulen sowie die hochschulinternen Effekte im Sinne eines Change Managements
  2. Entwicklung von Visionen und Strategien an den beteiligten Hochschulen
  3. Strategien und Perspektiven von Internationalisierung und regionaler Verortung
  4. Lehre und Studium mit Schwerpunkten auf Aspekten der Kompetenzentwicklung, des Verhältnisses zwischen Lehrenden und Studierenden sowie der Hochschulbindung

Das zweite Kollegiale Audit fand im Juni 2016 an den Universitäten Potsdam und Mainz statt. Hierfür wurden durch die vietnamesischen Partnerhochschulen die folgenden Themenschwerpunkte entwickelt:

  1. Systemakkreditierung: Qualitätssicherung und -entwicklung an den Beispielen der JGU sowie der Universität Potsdam
  2. Strategieentwicklung und Qualitätsmessung in der Forschung
  3. Nachwuchsförderung
  4. Qualitätsmessung in Lehren und Lernen

Das zweite Spezifikum des Kollegialen Audits ist der Einbezug unterschiedlicher Akteursgruppen, die sich in systematischer Weise mit Fragen der Hochschulentwicklung aus ihren spezifischen Perspektiven befassen. So werden im Rahmen der Audits jeweils Vertreter der beteiligten Hochschulen auf Ebene der Hochschulleitung, der Fachbereichs- bzw. Fakultätsleitung, der Lehrenden und derjenigen, die im Bereich der Qualitätssicherung tätig sind, zusammengeführt und die Ergebnisse im Anschluss vergleichend erörtert und systematisiert.

 

Durchführung gemeinsamer Erhebungen

Neben dem Kollegialen Audit wurden im Rahmen eines gemeinsamen Workshops Erhebungsinstrumente entwickelt, die Grundlage für Befragungen der Studierenden an allen vier Hochschulen im Sommersemester 2017 waren. Hierbei wurden drei Themenbereiche adressiert, die auf Grundlage der Ergebnisse der Kollegialen Audits von besonderem Interesse waren: Studienmotivation, Leistungsmotivation und Bindung an die jeweilige Hochschule. Die Ergebnisse der Studie werden Ende 2017 in gemeinsamen Workshops in Vietnam diskutiert und im Rahmen der Abschlusskonferenzen 2018 in sowohl an den deutschen als auch den vietnameschen Hochschulen der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.