Kompetenzentwicklung im Studium

Moderation: Nicole Göb, ZQ

Roland Happ, Manuel Förster, Olga Zlatkin-Troitschanskaia (Universität Mainz): Auswirkungen der Bologna-Reform in Deutschland auf die Kompetenz von Studierenden – eine vergleichende Analyse der Diplom- und BA-Studierenden der Wirtschaftspädagogik und der Wirtschaftswissenschaften

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde in Deutschland die lange Tradition der Diplomstudiengänge aufgebrochen und Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt. Die Folgen dieser Umstrukturierungen werden in der Literatur äußerst kontrovers diskutiert. Das Forschungsprojekt ILLEV nimmt die strukturellen Veränderungen im Rahmen des Bologna-Prozesses zum Anlass, um erste empirisch abgesicherte Antworten auf die Frage nach den Wirkungen der Reform zu geben. Ein Fokus liegt auf der Modellierung und Messung des wirtschaftswissenschaftlichen Fachwissens von Studierenden der Wirtschaftspädagogik und Wirtschaftswissenschaften. Dabei werden weitere Kompetenz- und Persönlichkeitsaspekte (wie Überzeugungen, Motivation, allgemeinekognitive Fähigkeiten, soziodemografischeDaten) erhoben und deren Einfluss kontrolliert. Bislang wurden vier Erhebungen in zentralen wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen an einer Universität und einer Fachhochschule durchgeführt. Dabei konnten Stichprobengrößen zwischen N=900 bis N=1200 realisiert werden. Zunächst soll in dem Vortrag untersucht werden, ob sich die in der Reformdiskussion vielfach genannten Vor- und Nachteile des Bachelor- und Mastermodells auch empirisch bestätigen lassen. Neben dieser zentralen Fragesoll auch auf weitere Einflussfaktoren auf die Ausprägung des wirtschaftswissenschaftlichen Fachwissens eingegangen werden. 



Nicole Heigl (Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt): Problemlösen im fachübergreifenden Kontext: Ein Ansatz zur Kompetenzmessung und Modellierung studentischer Kompetenzen

Bis heute ist das Konzept des „fächerübergreifenden“ sowohl theoretisch als auch empirisch unklar .Problematisch erweist sich dies deshalb, da Hochschulen im Lehralltag vor der Herausforderung stehen, diese Kompetenzen zu vermitteln. Die Studie greift den Aspekt des fächerübergreifenden Problemlösens heraus. Im Rahmen eines empirischen Projektes wurde das Konstrukt fächerübergreifenden Problemlösens im Hinblick sowohl auf kognitive als auch personale Komponenten konzeptualisiert. Auf Basis kognitionspsychologischer und informationsverarbeitungstheoretischer Grundlagen wurde ein Testverfahren konstruiert. Die Stichprobe umfasste knapp 300 Studierende aus vier Bachelorstudiengängen des ersten, dritten und sechsten Semesters. Anhand der Ergebnisse wurden fächerübergreifende Problemlösekompetenzen empirisch nachgezeichnet und ein Bedingungsgefüge skizziert. Im Rahmen der Präsentation wird einerseits die Operationalisierung fächerübergreifender Problemlösekompetenzen und ihre empirische Nachzeichnung fokussiert. Andererseits werden personale Korrelate fächerübergreifenden Problemlösens vorgestellt. Abschließend wird dargestellt, wie sich Kompetenzen im Bereich des Problemlösens im fächerunspezifischen Kontext beschreiben lassen und inwieweit sich Ansätze für die Praxis ableiten lassen könnten, wobei nicht nur kognitive Variablen des Problemlösens, sondern auch personale Bedingungsvariablen im Vordergrund stehen.



Andreas Hammer (Beratung & Evaluation, Andreas Bröker, Walter Jungmann) (KIT Karlsruhe):10 Jahre Pädagogenausbildung am KIT nach dem Bologna-Studienmodell

Im Forschungsreferat wird ein erfahrungsgespeister Evaluierungsansatz vorgestellt, der quantitative und qualitative Methoden verknüpft, um explorativ eruierte Ergebnisse zur Umsetzung einer Studienreform im Kontext des Bologna-Prozesses zu präsentieren. 1999, dem Jahr der Unterzeichnung der Bologna-Erklärung, begann die Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften an der Technischen Hochschule Karlsruhe (heute: Karlsruher Institut für Technologie– KIT) mit der Umgestaltung der Struktur ihrer klassischen Studienfächer (bislang vorwiegend Magisterstudiengänge) gemäß den Bologna-Zielen. Eine evaluative Absolventenbefragung untersuchte die ersten zehn Jahre des Bachelor-/Master-Studiengang Pädagogik am KIT. Über studentische Zufriedenheiten hinaus lag derSchwerpunkt des Erkenntnisinteresses auf (retrospektiven) Einschätzungen der AbsolventInnen – also derjenigen, die sich nach ihrem Studienabschluss mit den jeweiligen Bedingungen des Arbeitsmarktes zurechtfinden und den verschiedenen Anforderungen der Arbeitswelt stellen mussten. Auf diesen Grundlagen sollten Erfolg und Qualität des Studiengangs auch im Hinblick auf berufliche Chancen bzw. die Beschäftigungsfähigkeit der AbsolventInnen – einer zentralen Bologna-Zielsetzung – eingeschätzt werden.