Ausgestellte Poster

Dieter Baums; Silke Bock (TH Mittelhessen) "Der Studiengang MEDIAN. Methoden und Didaktik in Angewandten Wissenschaften"

An den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) lehren neben der Professorenschaft die Mitarbeiter/innen in den Laboren als Spezialisten für die Betreuung der Studierenden im Lernort Labor. Ausgestattet mit ihrer Qualifikation technischer Art sind die so genannten „Laboringenieure“ in intensivem Kontakt mit Studierenden und tragen einen wichtigen Teil zur praxisorientierten Ausbildung an den HAW bei. Dieser Personenkreis ist interessiert an hochschuldidaktischer Gestaltung der Lehre in Laboren und bildet sich in Labordidaktik fort. Der hochschuldidaktische Masterstudiengang wurde als Personal­entwicklungs­maßnahme erdacht, das HMWK unterstützte die Entwicklung, das HZW der THM organisiert und evalag akkreditierte den Studiengang. Die fünf hessischen HAW entsenden Teilnehmende, inzwischen sind 2 Jahrgänge im Studium. MEDIAN ist kostenpflichtig, kann bei konstanter Teilnahmegebühr in Voll- oder Teilzeit studiert werden und schließt mit dem „Master of Higher Education“ ab. Die Inhalte adressieren die Verbindung zwischen Fachwissenschaften und der Hochschuldidaktik. Der Studienaufbau bietet den Teilnehmenden den doppelten Perspektivwechsel zwischen den Rollen Lehrende und Lernende. Das Poster stellt den hochschuldidaktischen Studiengang MEDIAN vor, zeigt seine Ziele, flexible Struktur, Perspektiven der zukünftigen Absolvent/innen sowie die Erfahrungen der ersten 2 Jahre auf. 

Sebastian Brückner; Manuel Förster; Roland Happ; Jana Seidel; Olga Zlatkin-Troitschanskaia (Universität Mainz): "WiwiKom - Erfassung wirtschaftswissenschaftlicher Fachkompetenz von Studierenden und Hochschulabsolventen"

In der Literatur zur aktuellen Reform der Studienmodelle an den deutschen Universitäten ist über die verschiedenen Disziplinen hinweg davon die Rede, dass „Kompetenzen“ vermittelt bzw. erworben werden sollen. Solange zu dem dabei verwendeten Kompetenzbegriff nicht geeignete Messverfahren und -instrumente vorliegen, besteht die Gefahr, dass es bei einer bloßen „Kompetenzrhetorik“ bleibt. Da bislang noch kein deutschsprachiges Instrument vorliegt, das den Anforderungen an die Erfassung wirtschaftswissenschaftlicher (Fach)Kompetenz auf akademischem Niveau gerecht wird (Zlatkin-Troitschanskaia & Kuhn, 2010), liegen die Schwerpunkte des Projekts in der Entwicklung eines inhaltlich und curricular validen Kompetenzmodells sowie eines Testinstruments durch die Adaption internationaler Testinstrumente. Im Anschluss wird das Testinstrument an mehreren Hochschulen erprobt, um aus den gewonnen Daten entlang der Item-Response-Theorie und unter Anwendung von Strukturgleichungsmodellierungen ein geeignetes, messinvariantes, prognostisch- und konstruktvalides Testmodell zu konzipieren. Die Ergebnisse der Erhebungen liefern dabei erste Erkenntnisse, ob die gewonnene Teststruktur verallgemeinerbar und das Instrument für alle einbezogenen Studiengänge und Institutionen valide ist. Hierzu wird im vorliegenden Poster die Struktur sowie der bisherige Verlauf des Projekts vorgestellt.

Nicola Döring, Kristin Probstmeyer (Technische Universität Ilmenau):"Die Gender-Toolbox: Ein Werkzeugkoffer für Lehrende zur Gestaltung gendersensibler Lehre im ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenstudium"

Mit dem Ziel, die akademische Lehre in den Ingenieurwissenschaften gendersensibler zu gestalten, wurde an der TU Ilmenau im Rahmen des Thüringer Verbundprojektes GeniaL (www.genial-in-thueringen.de) eine Gender-Toolbox für Lehrende entwickelt und formativ evaluiert. Die Gender-Toolbox enthält Werkzeuge (Gender-Tools) für acht Themenbereiche (1. Lehr- und Lernmethode, 2. Vorbilder, 3. Gesellschafts- und Praxisbezug, 4.Interaktion, 5. Sprache/Bilder, 6. Raum, 7. Stereotype, 8. Diversität) und kann von Lehrenden auch ohne einschlägige Genderkenntnisse auf die eigenen Lehrinhalte angewendet werden. Evaluationsergebnisse zeigen, dass die Gender-Tools aus dem Bereich Gesellschafts- und Praxisbezug, mit Beispielen aus der Alltags- und Erfahrungswelt der Studierenden, von den Lehrenden besonders gut angenommen und umgesetzt werden, was sich dann in einer für die Studierenden erkennbar gendersensibleren ingenieurwissenschaftlichen Hochschullehre nieder­schlägt. 

Sandra Dreier (Salgesch, Schweiz) Aktivierung * Ermöglichung = Handlunggecoachte (Handlung * Reflexion) = Kompetenzförderung

In diesem 2-jährigen Forschungsprojekt wurde zum einen ein Jahrgang mit 115 Studierenden systematisch aktiviert und in die Mitgestaltung der Fachveranstaltungen integriert. Die Dozierenden begegneten ihnen konsequent in einer wertschätzenden Ermöglichungshaltung, die den Studierenden Chancen eröffnete, Verantwortung zu übernehmen, Ideen zur Anwendung des Stoffes zu entwickeln und diese mit ihren Kommilitonen handelnd umzusetzen. Dabei wurden sie gecoacht und konsequent dazu angehalten, Ihre Handlungen und ihre Fehler utilisierend zu reflektieren. Neben dieser integrativen Kompetenzförderung erhielten 2 Gruppen mit je 14 Personen 19 additive Trainingstage, in denen sie Werkzeuge und Konzepte der humanistischen Persönlichkeitsentwicklung kennenlernten und anhand ihrer konkreten Handlungen reflektierten. In einem abschließenden 4-tägigen AC wurde das Verhalten der Studierenden aus den drei Treatmentgruppen mit dem Verhalten der Studierenden einer Kontrollgruppe ohne kompetenzfördernde Maßnahmen verglichen. Die Unterschiede waren so augenscheinlich wie frappant. In diesem Forschungsprojekt war das OECD Projekt „DeSeCo“ als Zielgröße der Kompetenzförderung leitend. Das Staufer StudienmodellMartina Geigle (PH Schwäbisch Gmünd): "Selbstgesteuertes Lernen und Kompetenzentwicklung im Studium ?

Das Staufer Studienmodell der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd

Martina Geigle (PH Schwäbisch-Gmünd): Selbstgesteuertes Lernen und Kompetenzentwicklung im Studium? Das Staufer Studienmodell der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd

Das Staufer Studienmodell ist ein innovatives Studienkonzept mit dem Ziel, Studierende zum selbstgesteuerten Lernen anzuregen, studien- und berufsrelevante Querschnittskompetenzen zu fördern sowie die Ausbildung eines besonderen Kompetenzprofils zu ermöglichen. Dafür wurden Bausteine mit spezifischen Angeboten entwickelt: eine besonders gestaltete Studieneingangsphase, Workshops zur individuellen Profilbildung, ein Mentoring-Programm zur Begleitung in herausfordernden Studienphasen, die Beratung durch Tutor/innen in Bereichen wie wissenschaftliches Arbeiten und Unterrichtsplanung sowie der Aufbau einer kommentierten Mediensammlung als Basis für selbstständiges Arbeiten. Auch bei den Beratungsangeboten wird die Förderung selbstgesteuerten Lernens intendiert. Das SSM ist ein wichtiges Element der Hochschulentwicklung, weshalb die  Kooperation mit zentralen Stellen integraler Bestandteil der Projektarbeit ist. Ein wesentlicher Aspekt bei der Gestaltung der Angebote ist die intensive Beteiligung  der Studierenden. Das Modellprojekt hat im Wintersemester 2011/12 begonnen und wird für vier Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Rüdiger-Philipp Rackwitz  (PH Schwäbisch Gmünd) "Kompetenzentwicklung im Bereich Forschungsmethoden und Evaluation bei Studierenden. Ein Angebot des Staufer Studienmodells der PH Schwäbisch Gmünd"

Zu den Aufgaben von Lehrerkräften in der Schulpraxis zählen nicht nur Bildungsangebote, Bildungsprozesse, Unterricht, Projekte, Schulprofile, Nachmittagsangebote usw. zu entwickeln, sondern diese auch zu evaluieren. Das Staufer Studienmodell ist ein innovatives Studienkonzept der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd mit vielfältigen Angeboten und Beratungsmöglichkeiten, das unter anderem zum Ziel hat, die Ausbildung eines überfachlichen Kompetenzprofils sowohl für das Studium als auch für den späteren Beruf zu ermöglichen. Ein wesentlicher Aspekt bei der Entwicklung, Durchführung und Evaluation der Angebote ist die intensive Beteiligung der Studierenden bei der inhaltlichen Arbeit. Unter anderem besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation des Modellprojekts im Bereich Forschungsmethoden und Evaluation überfachlich zu qualifizieren und sich als Beitrag zu einem persönlichen Profil entsprechende Kompetenzen anzueignen. Die Posterpräsentation beschreibt die Verzahnung von Angeboten und deren Evaluation mit der Aus- und Weiterbildung der Studierenden sowie die Auswirkungen auf die Weiterentwicklung der Maßnahmen des Projekts. 

Michaela Harmeier (Universität Duisburg-Essen) "Lernprozessbegleitung durch Mentoring Programm „MEwiSA“

Das Mentoring-Programm der Fakultät für Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen verfolgt für die Hauptfächer „Soziale Arbeit“ und „Erziehungswissenschaft“ unterschiedliche Zielsetzungen in der Studieneingangsphase, die u.a. über ein one-to-one Mentoring mit studentischen MentorInnen erreicht werden sollen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Lern- und Selbstmanagement über Lerntagebücher und eine kontinuierliche Feedback-Arbeit der studentischen MentorInnen sollen Schlüsselkompetenzen zur Verbesserung der Studierfähigkeit bei den StudienanfängerInnen herausgebildet und ihre Selbstständigkeit begünstigt werden. Eine Verbesserung der Selbst- und Fremdeinschätzung kann über die Lernpatenschaft ebenfalls erwartet werden. Zudem können homogene Beziehungsstrukturen innerhalb der eigenen Studienkohorte durch den Austausch mit Studierenden aus höheren Semestern geöffnet und einer zunehmenden Verschulung durch BA/MA-Studienstrukturen entgegen gewirkt werden. 

Olaf Hartung (Universität Gießen) "Modulwerkstätten als kompetenzorientierte Angebote in der wissenschaftlichen Weiterbildung für die Weiterbildung"

Ziel des im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschule“ geförderten Teilprojekts „Modulwerkstatt: Lehrkompetenzentwicklung in der Weiterbildung für die Weiterbildung“ ist die Qualitätssicherung von Angeboten in der wissenschaftlichen Weiterbildung durch praxisnahe Förderung didaktisch-methodischer Kompetenzen von wissenschaftlichen Weiterbildner/innen bei der produktorientierten und inhaltskonkreten Planung, Erprobung und Durchführung wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote. Ein wichtiges Element der konzeptionellen Arbeit an und in der Modulwerkstatt ist die Entwicklung eines empirisch fundierten Kompetenzprofils zum Zweck der bedarfs- und transferorientierten Professionalisierung von Lehrenden in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Die Operationalisierung im Forschungsprojekt dient hierbei weniger der Deduktion vermeintlich ‚objektivier‘ und normativ zu ‚verordnender‘ Kompetenzen, als vielmehr der Identifizierung von Handlungsfeldern und Prozessebenen didaktischer Szenarien, die der prinzipiellen Offenheit von Lehr-Lernsituationen in der wissenschaftlichen Weiterbildung gerecht werden können. Ein wesentliches Ziel des Projekts ist die Beschreibung von Merkmalen (Deskriptoren) didaktischer Szenarien und Aufgabenformate, die eine bessere ‚Vorhersage‘ über die zu erwartenden Lernprozesse ermöglichen und den Weiterbildner/innen eine bessere Hilfestellung bei der Konstruktion von Lehr-Lern-Settings bieten, als dies etwa durch die Formulierung standardisierbarer Formate erreicht werden könnte. Der Beitrag ist sowohl konzeptionell als auch empirisch ausgerichtet. Zum einen werden die Konzeption der Modulwerkstatt und das Forschungsdesign zur Kompetenzmodellierung vorgestellt, zum anderen werden erste Forschungsergebnisse einer Vorstudie präsentiert und kritisch diskutiert.

Hannah Hoffmann (Universität Mainz) "Selbstreguliertes und praxisorientiertes Lernen in der Lehrerausbildung: Lehr-Lern-Materialien als Schnittstellen zwischen Universität und Schule"

In diesem Beitrag wird eine innovative Konzeption einer universitären Veranstaltung vorgestellt, die trotz einer sehr hohen Teilnehmerzahl kompetenzorientiertes Arbeiten in Kleingruppen erlaubt, Flexibilität ermöglicht und zu selbstorganisiertem Lernen anregt. Neue Medien sind Inhalt der Veranstaltung, sie unterstützen die Lehr-Lernprozesse und deren Produktion stellt eine Studienleistung dar. Diese Studienleistungen in Form von Videotutorials werden von angehenden LehrerInnen für den realen Einsatz an Schulen konzipiert, in der Schulpraxis erprobt und seitens der Arbeitsgruppe Medienpädagogik wissenschaftlich begleitet. Mögliche Verbindungen zwischen Hochschule und Schule werden den Studierenden transparent und sollen zu mehr Motivation hinsichtlich der eigenen Studienleistung führen. Der Einsatz von Videotutorials als „kleine Fortbildung“ im schulischen Kontext soll dazu beitragen, dass LehrerInnen zu einem medienkompetenten, kreativen, selbstgesteuerten und kollaborativen Unterricht angeregt werden. Mit Hilfe der Videotutorials wird eine Schnittstelle zwischen der universitären LehrerInnenausbildung und der schulischen Praxis geschaffen sowie kompetenz-orientiertes Lehren und Prüfen gefördert.

Hannah Hoffmann (Universität Mainz) "Netzwerke schaffen, Know How transferieren? Neue Strukturen für die virtuelle Lehrerbildung an Hochschulen"

Netzwerke schaffen, Know How transferieren? Neue Strukturen für die virtuelle Lehrerbildung an Hochschulen. Im Projekt Netzwerk Bildungswissenschaften “NetBi“ kooperieren die bildungswissenschaftlichen Institute der Universitäten in Rheinland-Pfalz. Diese interinstitutionelle Kooperation verfolgt verschiedene Zielsetzungen: Vielfältiges, hochschulübergreifendes Angebot von Online-Seminaren, Austausch unter Lehrenden der Bildungswissenschaften, Verbesserung der Lehre, gemeinsame Forschungsprojekte zu E-Learning. Aufgabe des Projektes ist, die Zusammenarbeit der beteiligten Bildungseinrichtungen zu stärken, den Austausch an Online-Angeboten untereinander zu ermöglichen sowie gemeinsam von den Erfahrungen zu profitieren. Curriculare Standards werden hinsichtlich Kompetenzorientierung weiter entwickelt und in bestehende didaktische Rahmen eingebunden. Ziel des Projektes ist, die Ausbildung von angehenden LehrerInnen zeitgemäß zu gestalten, das Lehren und Lernen mit neuen Medien in die Ausbildung nachhaltig zu integrieren und das im Studium Erlernte in Weiterbildungen zu vertiefen. Die Online-Seminare eröffnen den Studierenden konstruktivistisch orientierte Lernumgebungen, in welchen sie sich in erster Linie virtuell forschend, beobachtend, analysierend, reflektierend und diskutierend bewegen können

Nora Hoffmann; Annika Meurer, Marijana Vegar (Uni Mainz): Kollegiales Coaching. Ein hochschuldidaktisches Weiterbildungsangebot für Lehrende einzelner Disziplinen 

Christiane Kuhn, Olga Zlatkin-Troitschanskaia, Sebastian Brückner (Universität Mainz): "Kompetenzerfassung im Hochschulsektor – Herausforderungen des BMBF-Forschungsprogramms KoKoHs"

Für nachhaltige Entwicklungs- und Optimierungsmaßnahmen in der Hochschule sind evidenzbasierte Aussagen zum output bzw. outcome erforderlich (vgl. Zlatkin-Troitschanskaia & Kuhn, 2010). Um die Herausforderungen auf nationaler Ebene systematisch angehen zu können, wurde im Jahr 2011 das BMBF-Forschungsprogramm KoKoHs (Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung im Hochschulsektor) mit 23 Projektverbünden initiiert. Sie alle verbindet das übergeordnete Ziel, zentrale Impulse zur grundlagenorientierten, akademischen Kompetenzforschung zu liefern. In der ersten Förderphase richtet sich der Fokus auf die Modellierung generischer und domänenspezifischer Kompetenzen in unterschiedlichen Studienfachbereichen (Bildungswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Lehrerbildung MINT-Fächer, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) sowie auf die Entwicklung und Erprobung geeigneter Messinstrumente zur Erfassung dieser Kompetenzen. Die systematische Zusammenführung der Projekte ist durch die Einrichtung einer Koordinierungsstelle mit Standorten in Mainz und Berlin über einen vierjährigen Zeitraum gewährleistet (www.kompetenzen-im-hochschulsektor.de). 

Ute Leidig; Dietmar Chur (Universität Heidelberg) "Schlüsselkompetenzen für Studium, Promotion und Beruf. Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Lehrenden und Doktoranden"

Die Universität Heidelberg bietet auf der Grundlage des Heidelberger Modells u.a. für Promovierende und für Lehrende Weiterbildungskurse an. 120 Kursteilnehmenden in diesen Bereichen gaben in einer freien Abfrage an, welche drei überfachlichen Schlüsselkompetenzen für den Erfolg in den Phasen Studium bzw. Promotion sowie Beruf am wichtigsten angesehen wurden. Die genannten Schlüsselkompetenzen wurden anschließend von ExpertInnen inhaltlich geclustert. Einige Inhaltsbereiche, wie die Fähigkeit zur Selbstorganisation wurden sowohl für den Erfolg in Studium/Promotion als auch für den Erfolg im Beruf als wichtig erachtet. Dagegen besaßen soziale Kompetenzen, wie Kommunikations- und Teamfähigkeit aber auch die Fähigkeit zur (Selbst-) Präsentation nach Einschätzung der Befragten geringe Relevanz für Erfolge in Studium/Promotion, aber hohe Relevanz für den Erfolg im Beruf. Die laut den Konzepten der Hochschuldidaktik und der Employability wichtige Reflexionsfähigkeit tauchte kaum auf. Aus diesen Ergebnissen ergeben sich Fragen über die Bedeutung sozialer und reflexiver Kompetenzen in Studium und Beruf und über die Gestaltung universitärer Lehr-Lern-Prozesse. 

Andreas Sexauer; Martin Mandausch (KIT Karlsruhe) "Entwicklung technikdidaktischer Erfolgsfaktoren für Blended-Learning-Szenarien und deren Anwendung auf eine universitäre Lehrveranstaltung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich"

Das Projekt MOAS (MicroTEC Online Academy and Services)  ist ein Teilprojekt innerhalb des Spitzenclusters MicroTEC Südwest und hat zum Ziel, attraktive, flexible Blended-Learning-Bildungsangebote zu entwickeln und durchzuführen. Unser Modell der technikdidaktischen Erfolgsfaktoren kombiniert technikdidaktische und allgemeindidaktische Prinzipien um universell gültige Kriterien zu finden, die im Bereich der beruflichen bzw. universitären Aus- und Weiterbildung angewandt werden können. Dieses Modell hatte Einfluss bei der Konzeption einer Lehrveranstaltung im neuen Lehramtsstudienfach „Naturwissenschaft und Technik (NwT)“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), welche kompetenzorientiert als Blenden-Learning-Szenario mit hohen Praxisanteilen realisiert ist. Einzigartig ist die gleichzeitige Verwendung von Methoden zur Vermittlung von Inhalten und als Methodik der Lehrveranstaltung selbst. Es wird die Entstehung der technikdidaktischen Erfolgsfaktoren und die Entwicklung des technikdidaktischen Modells sowie die Übertragung auf die Lehrveranstaltung im Lehramtsstudium NwT dargestellt. 

Susan Pulham; Esther Detemple; Melanie Kasper (HTW Saarbrücken) "Bringen Brückenkurse in Mathematik Erfolg?"

An der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes hat man sich im Jahre 2010 dieser Problematik gewidmet und Studierende untersucht, die im Oktober 2009 ihr Studium an der HTW begonnen haben. In den betrachteten Studiengängen wurden nach dem Wintersemester 2009/2010 und nach dem Sommersemester 2010 Mathematik-Klausuren angeboten. Die Klausurergebnisse der Studienanfänger 2009 wurden erfasst, gegebenenfalls den Brückenkursdaten zugeordnet und anschließend zur Auswertung anonymisiert. In einem Gesamtmodell wurden neben der Teilnahme am Brückenkurs (gemessen in der prozentualen Anwesenheit) weitere mögliche Einflussvariablen auf den mathematischen Erfolg im Studium untersucht: die Art der Hochschulzugangsberechtigung, das Geschlecht und der Zeitraum seit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung. Die Studie ergab einen hochsignifikanten Einfluss der Teilnahme auf den mathematischen Studienerfolg. Aber auch andere Faktoren haben einen - teilweise sogar größeren - Einfluss auf den Erfolg im mathematischen Studienbereich, insb. die Art der Hochschulzugangsberechtigung. 

Theresa Schwarzkopf (TU Dortmund) "Forschen Lernen Experimentieren. Die Entwicklung einer Forschungswerkstatt für Studierende" 

Katrin Thumser-Dauth; Bernhard Minke; Alexandra Hanel; Anne Töpfer (Universität Stuttgart) "Das Stuttgarter Evaluationsmodell ? Ein diskursiver Ansatz zur Qualitätsentwicklung von Studium und Lehre"

Vorgestellt wird das Stuttgarter Evaluationsmodell zur Bewertung von Studium und Lehre auf drei Ebenen. Die erste Ebene des Modells bezieht sich auf die didaktische Einheit der Module inklusive der darin enthaltenen Lehrveranstaltungen, die zweite Ebene nimmt einzelne Studiengänge in den Blick und auf der dritten Ebene wird das Studienangebot der gesamten Universität bewertet. Auf jeder Ebene erfolgt die Bewertung auf Grundlage verschiedener Datenquellen wie Studierenden- und Absolventenbefragungen, Statistiken und Dokumentenanalysen. Die Daten werden zentral zusammengestellt und an die Verantwortlichen weitergegeben. Diese sind zur Diskussion und schriftlichen Kommentierung der Daten aufgefordert, womit eine Kontextualisierung des Datenmaterials und eine intensive Stärken-Schwächen-Analyse erreicht werden. Zur Unterstützung der Akteure werden hochschuldidaktische Weiterbildungs- und Beratungsangebote angeboten. Neben Weiterbildungsseminaren stehen den Lehrenden und Modulverantwortlichen Lehrcoachings zur Verfügung, in denen sie in individuellen Einzelberatungen ihre Lehrkompetenzen weiterentwickeln können. Für einzelne Studiengänge, Fakultäten oder die Universitätsleitung werden bei Bedarf Beratungen zur Strukturentwicklung durchgeführt. 

Wilma Viol, Nadine Leonhardt, Imke Minrath (Fachhochschule Aachen): "Begleitforschung zur Kompetenzentwicklung von Tutorinnen und Tutoren an der FH Aachen – Projekt „Vielfalt integrieren – nachhaltig fördern“ systematische undnachhaltige Qualitätsentwicklung für Studium und Lehre (SQSL).

Ab WS 2012/13 wird an der FH Aachen ein neues Tutorenkonzept eingeführt. Durch das Projekt SQSL werden 60 Tutoren je nach Bedarf der einzelnen Fachbereiche auf diese verteilt und geschult.  Für den Einsatz dieser Tutoren werden neue Konzepte und Schulungen erstellt. Themen werden sein: Betreuung und Beratung von Studierenden Ermittlung von Bedarfen der Studierenden Erweiterung der Schulkooperation die Unterstützung von Brückenkursen Aneignung von Lerntechniken Ziel der Begleitforschung soll die Ermittlung von Veränderungen in der Kompetenz, den Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie der eigenen Studienzufriedenheit der Tutorinnen und Tutoren ab dem Zeitpunkt der Schulung und über einen längeren Zeitraum hinaus sein. Es soll durch eine Längsschnittuntersuchung mit ca. 4 Untersuchungszeitpunkten (z.B. zu Beginn der Schulung, im Anschluss und zu zwei weiteren Zeitpunkten während der aktiven Zeit als Tutor) ermittelt werden,  welche Auswirkungen die Schulung und die Tätigkeit als Tutor auf deren eigene Entwicklung von Studierfähigkeit und Selbstwirksamkeit hat. 

Zentrum für Hochschulbildung TU Dortmund Thorsten Jungmann, Ursula Bach, Kristina Müller (Technische Universität Dortmund): "3-2-1-ING: Drei Universitäten, zwei Projekte, ein Ziel: Verbesserung der Ingenieurausbildung"

Die Universitäten RWTH Aachen University, Ruhr-Universität Bochum und Technische Universität Dortmund arbeiten seit 2010 im Projektverbund an der Verbesserung der Ingenieurausbildung. Der Aufbau des Kompetenz- und Dienstleistungszentrums für das Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften TeachING-LearnING.EU wird von der Stiftung Mercator und der Volkswagenstiftung gefördert. Im Projekt ELLI (Exzellentes Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften) arbeitet derselbe Projektverbund seit 2011 an der Verbesserung der Ingenieurausbildung. Im BMBF-geförderten Projekt ELLI ist der Fokus auf vier Kernbereiche gerichtet: Zu diesen zählen Virtuelle Lernwelten, Mobilitätsförderung und Internationalisierung, Kreativität und Interdisziplinarität sowie Aktivitäten, die sich auf die Verbesserung der Übergänge innerhalb des Student Lifecycle beziehen. Im Rahmen der dhgd-Jahrestagung 2012 freuen wir uns, mit Ihnen in den Austausch über die Projektkonzepte und den aktuellen Stand der Arbeit zu kommen! Besuchen Sie uns gern auch virtuell unter www.elli-online.net sowie www.teaching-learning.eu!

Theresa Schwarzkopf (TU Dortmund): "FLEx – Forschen, Lernen, Experimentieren. Forschungswerkstatt für Studierende der Ingenieurwissenschaften.

Die FLEx-Forschungswerkstatt möchten den Studierenden der TU Dortmund insbesondere der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie den Ingenieurwissenschaften einen Raum bieten, in dem sie an Haus- und Abschlussarbeiten und eigenen Studienprojekten arbeiten, den sie aber genauso individuell oder in Arbeitsgruppen zum Lernen nutzten können. Hierzu ist der Raum mit Materialien, Medien und einer Präsenzbibliothek ausgestattet. Die Forschungswerkstatt ist eine hochschuldidaktische Einrichtung mit interdisziplinärer Perspektive am Zentrum für Hochschulbildung der TU Dortmund. Ziel der Forschungswerkstatt ist es, in einer kollegialen und vertraulichen Arbeitsumgebung Möglichkeiten zu schaffen, Projekte umzusetzen und zu präsentieren sowie durch die eigenen Forschungsperspektiven und –interessen einen systematischen und „echten“ Blick in das spätere Berufsfeld zu unterstützten. Das peer-tutoring ist ein großer Baustein des FLEx-Konzepts. Die TutorInnen durchlaufen Ausbildungen in den Bereichen des „Forschenden Lernens“ und des darauf bezogenen „Beratens von Studierenden“. Die TutorInnen möchten grundlegend dabei helfen, dass eigene Forschungsinteresse „aufzuspüren“, sichtbar zu machen und für die weitere Arbeit zu Konkretisieren. 

Kristina Müller (Universität Bochum): Nina Friese, Katharina Schuster, Dominik May (Technische Universität Dortmund): TeachING-LearnING.EU und die Flexible Fonds Projekte 2012

TeachING-LearnING.EU ist das Kompetenz- und  Dienstleistungszentrum für die Verbesserung des Lehrens und Lernens in den Ingenieurwissenschaften. Im Verbund der Universitäten  Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund wird TeachING-LearnING.EU von der Mercator Stiftung und der Volkswagen-Stiftung im Rahmen der Initiative „Bologna – Zukunft der Lehre“ gefördert. Ziel ist es, die Qualität ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge im Kontext des Bologna-Prozesses nachhaltig zu verbessern, dabei führende nationale und europäische Hochschulstandorte als Benchmark zu nutzen und die gewonnenen Erkenntnisse und Resultate breit nutzbar zu machen.  TeachING-LearnING.EU präsentiert sich auf dem Marktplatz der dghd Tagung  mit zwei Postern. Zum einen wird das Kompetenzzentrum mit seinen Mission Statements vorgestellt. Wir informieren über unsere Forschungs- und Dienstleistungsfelder sowie strategische Instrumente, die TeachING-LearnING.EU nutzt, um die Qualitätsentwicklung ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge voranzutreiben. Darüber hinaus werden zwölf aktuell durch TeachING-LearnING.EU geförderte Projekte vorgestellt, die im Rahmen des Innovationsinstrumentes Flexible Fonds an den beteiligten Universitäten RWTH Aachen, Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund durchgeführt werden. 

Christian Pleul (Technische Universität Dortmund): ProLab@Ing

Im Rahmen des Projektes TeachING-LearnING.EU werden innovative didaktische Konzeptionen zur Verbesserung der Ingenieurausbildung finanziell gefördert (Flexible Fonds). Das Projekt ProLab@Ing ist ein Beispiel für die geförderten Projekte. Es zielt auf die Weiterentwicklung der curricularen und didaktischen Gestaltung von Laborpraktika in der Ingenieurausbildung ab.