Grußworte/Eröffnung

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist für uns – als Hochschulleitung und für die ganze Johannes Gutenberg-Universität (JGU) – Ehre und Freude zugleich, dass die Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) gemeinsam mit unserem Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) ihre 41. Jahrestagung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz veranstaltet.

Die dghd gestaltet durch die praktische Arbeit an vielen Hochschulen aktiv die Konzeptentwicklung und die Weiterbildung von Lehrenden mit und organisiert eigene Workshops und Fortbildungsmaßnahmen. Dadurch unterscheidet sie sich von vielen Fachgesellschaften, die vorwiegend den Austausch zwischen Fachleuten zum Ziel haben.

An den Hochschulen ist ihre Arbeit hochwillkommen, sehen sich unsere Lehrenden doch mit Bologna-Reform, steigenden Studierendenzahlen und auch einem gesellschaftlichen Anspruch nach mehr Öffnung der Universitäten konfrontiert.

Mit der inhaltlichen Konzentration auf den Bereich „Forschung im Fokus – Studium und Hochschullehre“ befasst sich die Tagung der dghd in diesem Jahr mit einem breiten und aktuellen Themenspektrum, für das Mainz genau der richtige Ort ist: Die gezielte, strukturelle und frühzeitige Einbindung von Forschungsinhalten in die Curricula ist eine Stärke forschungsorientierter Lehre in Mainz; die JGU sieht in dieser Verschränkung von herausragenden Forschungs- und Lehrleistungen ein besonderes Profilmerkmal. Hinzu kommt als weitere Stärke, dass die Implementierung einer forschungsorientierten Lehre von der JGU auf zweierlei Weise strukturell unterstützt wird.

Die JGU hat erstens früh begriffen, dass Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung von zukunftsweisender Bedeutung für Universitäten sind und bereits 1999 das ZQ als zentralen Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems gegründet. 2011 haben wir das Siegel der Systemakkreditierung erhalten und profitieren seit dem in hohem Maße von der dadurch entstandenen Autonomie in der Akkreditierung unserer Studiengänge.Die Universität verfügt so über geeignete Instrumente, um die fortwährenden Reformen im Zuge der neuen Studiengänge konstruktiv und flexibel umsetzen zu können.

Zweitens haben wir mit dem Gutenberg Lehrkolleg (GLK) 2011 eine Einrichtung geschaffen, die sich aus ganz verschiedenen Blickwinkeln mit exzellenter Lehre befasst und passgenaue kreative Lösungen zur Verbesserung des Lehrens und Lernens an unserer Universität entwickelt. Das GLK versammelt das Wissen über erfolgreiche Lehrprojekte, innovative Konzepte und neue Ideen und macht es für die Universitätsöffentlichkeit sichtbar und nutzbar. Die hier entstehenden Synergien finden ihren Ausdruck in der engen Anbindung des Gutenberg Lehrkollegs an das ZQ.

Ich wünsche Ihnen eine fruchtbare Tagung, die von diesem inspirierenden Umfeld hier bei uns in Mainz profitiert. Seien Sie uns herzlich willkommen!



Grußwort: Ministerin Doris Ahnen (MBWWK)

Mündliches Grußwort in Vertretung der Ministerin durch Herrn Ministerialdirigent Josef Mentges

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Hochschullehre und ihre Qualität stehen auch in der politischen Diskussion immer mehr im Mittelpunkt. Dies hat viele Ursachen. Wesentlich sind die weitere Öffnung sowohl der Hochschulen als auch der nationalen Grenzen. Die damit verbundenen neuen Herausforderungen greift der Bologna-Prozess auf; er ist Ursache und Lösung zugleich. Bis in die jüngste Zeit haben sich Politik, Verwaltung, aber auchWissenschaftvor allem mit den organisatorischen Fragen des Bologna-Prozesses beschäftigt. Studienstrukturen, Abschlüsse und Qualifikationsrahmenwaren dabei zentrale Punkte. Diese Entwicklungen sind noch nicht abgeschlossen, es handelt sich hier vielmehr um einen permanenten Lernprozess. Zunehmend erhalten aber auch die inhaltlichen Reformziele Raum. Die Lehre soll sich an den Kompetenzen von Absolventinnen und Absolventen ausrichten; damit einher geht die Verschiebung von der Lehre zum Lernen. Dies stellt auch neue Anforderungen an die Hochschuldidaktik. Sie muss sich mit der Frage befassen,wie Studierende dabei unterstützt werden können, maßgebliche Kompetenzen und Kenntnisse selbst zu erlernen – und zwar im Sinne eines umfassenden Bildungserwerbs. Das Studium soll sich dabei an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientieren und zur Berufsfähigkeit von Absolventinnen und Absolventen beitragen. Die umfassend gebildete Persönlichkeit rückt – ganz im Sinne einer langen akademischen Tradition – in den Fokus. Was aber zeichnet eine zeitgemäße und innovative Lehre genau aus? Was macht Dozentinnen und Dozenten zu guten Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern? Und wie können sie sich angemessen weiterbilden? Dies auszuloten haben sich die Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik und das Zentrum für Qualitätssicherungund -entwicklung der Johannes Gutenberg-Universität für die Jahrestagung vorgenommen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Und ich bin schon jetzt gespannt auf die Ergebnisse, die dazu beitragen können, die Lehre an den rheinland-pfälzischen Hochschulen weiter zu verbessern und sie noch attraktiver für Studierende und Lehrende zu machen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung unterstützt die Universitäten und Fachhochschulen dabei ganz unmittelbar. So durch das hochschuldidaktische Angebot des Hochschulevaluierungsverbundes Südwest, das seit 2006 mit Mitteln des Wissenschaftsministeriums gefördert wird. Aber auch über die Ausgestaltung der zweiten Programmphase des Hochschulpaktes, in der für qualitative Maßnahmen in den Jahren 2011 bis 2015 mehr als 40 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Hinweisen möchte ich schließlich auch auf das Modellprojekt zur Implementierung eines hochschulübergreifenden Qualitätsmanagementsystems an der Fachhochschule Kaiserslautern und der Technischen Universität Kaiserslautern. Die hiermit verbundenen Mittel geben einen unverzichtbaren Anstoß für die weitere Qualitätsentwicklung an den Hochschulen. Wesentliche Bedingung für das Gelingen ist allerdings, dass diese Entwicklung von innen getragen wird, planvoll erfolgt und auf aktuellen Forschungsergebnissen aufbaut. Auch in diesem Sinne wünsche ich der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gute Ergebnisse. !



Eröffnung: Prof. Dr. Marianne Merkt, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik heiße ich Sie herzlich zur 41. dghd Jahrestagung am Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung der Universität Mainz willkommen.

Der Titel der Tagung, „Forschung im Fokus – Hochschullehre und Studium“ unterstützt das Bestreben des dghd Vorstands, den Austausch und die Vernetzung zwischen hochschuldidaktischer Praxis und der Forschung zu „Hochschullehre und Studium“ zu stärken.

Im Rahmen des BMBFgeförderten Qualitätspakts Lehre werden bis 2020 eine Vielzahl innovativer Entwicklungsprojekte an deutschen Hochschulen gefördert. Mehrere große, von Stiftungen geförderte Projektlinien liegen ebenfalls in diesem Bereich. Daran wirken hochschuldidaktische Einrichtungen oder Personen mit hochschuldidaktischer Expertise mit. Aus Sicht der hochschuldidaktischen Fachgesellschaft halten wir es deshalb für dringend erforderlich, dass die Hochschuldidaktik im Tätigkeitsfeld „Studium und Lehre“ Forschungsexpertise zum Ausbau theoretischen und methodischen Wissens, begleitend zur innovativen Praxis erwirbt. Besondere Herausforderungen sind methodische Ansätze der Interventions-, Implementations- und Wirkungsforschung der empirischen Hochschulforschung im Tätigkeitsfeld „Studium und Lehre“. Diese Ausrichtung der dghd wird als Basis für eine forschungsbezogene und theoriefundierte Entwicklung der Aus- undW eiterbildung hochschuldidaktischen Personals sowie zur Weiterentwicklung adäquater institutioneller Formen hochschuldidaktischer Einrichtungen gebraucht. Damit soll auch der Anschluss an die internationale wissenschaftliche Community des academic/educational developments zur Erreichung eines internationalen Standards der Lehr- und Studienqualität an deutschen Hochschulen gewährleistet werden.

Wie die Einreichungen zur 41. Jahrestagung der dghd zeigen, ist die Hochschuldidaktik in dieser Ausrichtung auf einem guten Weg. Ich wünsche Ihnen für Ihren wissenschaftlichen Austausch und Ihre Vernetzung interessante Diskurse und viel Erfolg.